Nur Stagnation auf dem Ausbildungsmarkt
Der
deutsche Ausbildungsmarkt hat sich auch im Jahr 2010 nicht berappelt:
Der seit Monaten positive Arbeitsmarkttrend ist am Ausbildungsmarkt
nicht angekommen. 560 000 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in
2010 bedeuten im Vergleich zum Vorjahr (564 000) noch einmal ein Minus
von knapp einem Prozentpunkt.
Demografie-Effekte vor allem im Osten erkennbar
Auch
wenn der Ausbildungsmarkt sich im Osten der Republik unter dem
Stichwort Demografie deutlich verändert hat und noch verändern wird,
gibt es dennoch Möglichkeiten, mehr Bewerber für betriebliche
Ausbildung zu gewinnen. So gab es Ende September 2010 noch 6200
unversorgte Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchten. Noch
größer ist das Potenzial bei den Bildungsträgern: 20 000 Jugendliche
absolvieren ihre Ausbildung bei Bildungsträgern und nicht in den
Betrieben.
Personalwirtschaft in der Metall- und Elektroindustrie
Bei
den angebotenen Ausbildungsplätzen innerhalb der Fertigungsberufe gab
es im Vergleich zum Krisenjahr 2009 keine Veränderungen. Das
Ausbildungsplatzangebot stagniert bei rund 178 000. Für dieses Angebot
interessierten sich immerhin 196 000 junge Menschen. Dies bedeutet,
dass 18 000 Bewerber oder knapp zehn Prozent ihren Zielberuf nicht
erreicht haben. Angesichts der Debatte um Fachkräftemangel und
Zuwanderung zeigen diese Zahlen, dass die vorhandenen
Fachkräftepotentiale durch die betriebliche Ausbildung nicht
hinreichend genutzt werden. Die Metallarbeitgeber ignorieren die
Risiken bei den Fachkräften, stehlen sich aus der eigenen Verantwortung
und bereiten sich nicht auf die zukünftigen knapperen Arbeitsmärkte vor.
Neue Wege in die Ausbildung
Kluge
Betriebe entwickeln daher eine Doppelstrategie: Einerseits drängen sie
in der Region darauf, daß die Schulen besser werden und ihre
Absolventen solider vorbereitet auf den Ausbildungsmarkt kommen.
Andererseits stellen sie sich aber auch darauf ein, Jugendlichen mit
Defiziten mehr individuelle Förderung anzubieten. Umfragen zeigen, dass
deutlich mehr als die Hälfte aller Ausbildungsbetriebe die mangelnde
Ausbildungsreife der Schulabgänger inzwischen erkennen und besondere
Unterstützung im Unternehmen (Nachhilfe) organisieren.
Prekäre Beschäftigung: Das Thema der jungen Generation
Auch
nach der Krise prägen Arbeitsverhältnisse wie Praktika, Leiharbeit und
befristete Jobs immer mehr die Lebens- und Arbeitssituationen von
jungen Arbeitnehmern. Auch in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs
werden die jungen Menschen oft abgehängt und im Erwerbsleben an den
Rand gedrängt. Der Aufschwung geht offenbar an der jungen Generation
vorbei.